Handelsverband zur Untersagung der Sonntagsöffnung im Advent

 

Das Oberverwaltungsgericht Münster hat am Dienstag, 24. November, einem Eilantrag von ver.di gegen die nordrhein-westfälische Coronaschutzverordnung stattgegeben. Das Gericht hat zur Begründung ausgeführt: Die in der Coronaschutzverordnung landesweit zugelassenen Sonntagsöffnungen seien aller Voraussicht nach rechtswidrig und würden in einem Hauptsacheverfahren für unwirksam erklärt werden (Pressemitteilung lesen).

„Wir sind maßlos enttäuscht und fassungslos“, fasst Michael Radau, Präsident des Handelsverbandes Nordrhein-Westfalen, die Stimmung des NRW-Einzelhandels zusammen. „Was möchte Ver.di aus ideologischen Gründen noch alles unternehmen, um die Existenzgrundlage ihrer Mitglieder zu zerstören“, zeigt sich Radau erbost. Gerade ängstlichen Kunden, die auf das Wochenende zum Einkaufen angewiesen sind, hätte die zusätzliche Sonntagsöffnung die Möglichkeit gegeben, dem zu erwartenden Besucheraufkommen an den Adventssamstagen zu entgehen. Diese Entzerrung hätte auch dem Schutz der Beschäftigten gedient. Verkaufsoffene Sonntage im Advent hätten damit gleich in mehrfacher Weise den arg gebeutelten Handel gestützt. (Pressemitteilung lesen).

Markus Ottersbach, Geschäftsführer des Handelsverbandes Krefeld-Kempen-Viersen, meint: „Wir akzeptieren die Entscheidungen unabhängiger Gerichte, denn sie können nur auf Grundlage bestehender Gesetze entscheiden. Für mich folgen aus der heutigen Entscheidung zwei Dinge: Erstens müssen die Parlamente auf Landes- und Bundesebene die Gesetze, die für die Regelung der Sonntagsöffnung maßgeblich sind, mit Hochdruck auf einen zeitgemäßen Stand bringen. Und zweitens müssen von dem sogenannten shutdown light betroffene Einzelhandelsunternehmen, die vor allen Dingen in den Innenstädten liegen, in die Fördermaßnahmen ab November aufgenommen werden. Andernfalls droht vielen von ihnen bei Umsatzrückgängen von mindestens 30 % die Luft auszugehen.“

Nach dieser Entscheidung wird es umso wichtiger sein, wie sich die Kunden im Hinblick auf ihre Weihnachtseinkäufe verhalten. In den vergangenen Wochen und Monaten haben viele Händler beobachtet, dass die Bedeutung des stationären Einzelhandels für attraktive Innenstädte und Ortsteile bei vielen Kunden wieder stärker ins Bewusstsein gerückt ist. Immer mehr Unternehmen sind inzwischen auch digital unterwegs. Mit ein wenig Kreativität bei der Online-Suche findet man auch bei lokalen Anbietern so ziemlich jedes Produkt. Auf Nummer Sicher gehen kann man auch mit den Geschenkgutscheinen, den viele Werbegemeinschaften anbieten und die bei zahlreichen Geschäften in der Region eingelöst werden können.